In festlicher Atmosphäre der Heilig Kreuzkirche und mit der feierlichen Europahymne wurden die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften des Lycée Jean Puy von OStD Heber und dem Elternbeiratsvorsitzenden Herrn Reitz am 20. April begrüßt. Nach einer anschließenden Schulhausführung konnten unsere französischen Gäste direkt in den Unterricht der 10. und 11. Jahrgangsstufen eintauchen – ein schwungvoller Auftakt für erste sprachliche Aha-Momente: „Ich kann nur jedem raten, der Französisch lernt, an diesem Austausch teilzunehmen, denn es ist eine Erfahrung, die ein Leben lang in Erinnerung bleibt und definitiv hilft, selbst und eigenständig zu wachsen.“ (Johanna Götz, 10a).
Stolze Blicke, wertschätzende Worte, freundschaftliche Gesten: Beim offiziellen Empfang im Prunksaal des Landshuter Rathauses fühlte sich die Wichtigkeit der deutsch-französischen Freundschaft greifbar nahe. Es folgte eine eindrucksvolle Stadtführung von Madame Cecchini zum Thema „Die Isar und Landshut – Geschichte und Gegenwart“ sowie am Nachmittag ein Spaziergang zur Burg Trausnitz: Landshut zeigte sich bei schönstem Sonnensein in seiner historischen Pracht.
Naturverbunden und lehrreich ging es am nächsten Tag weiter: Eine Wanderung zur Unteren Isarau mit der Umweltstation Landshut verband den Workshop „Wasser in Landshut“ unter der Führung von Frau Weise-Melcher vom Wasserwirtschaftsamt Landshut bestens. Zwischen Flusskieseln, Fischtreppe und Auwald wurde aus Theorie erlebbare Umweltbildung mit einem Kescher und Becherlupe in der Hand – frisch, anschaulich, gemeinschaftsstiftend. Gans genauso wie in Roanne, als die Schüler mit der Association Loire Fleuve Fertile am Hafen von Roanne ein Fotoprojekt durchführten und im Vogelschutzgebiet Gravière aux Oiseaux in Mably in deutsch-französischen Tandems Flora und Fauna entdecken durften. Besonders das deutsche Wort „Biberbau“ sollte fortan zum Lieblingswort des Austausches gekürt werden.
Perspektivenwechsel in der Flussbetrachtung: Von Landshut ging es tags darauf an die Donau nach Regensburg: Historische Strudelfahrt, traditionelle Altstadtführung mit Besucherzentrum Welterbe und leckeren Regensbürger Würstel im Kipferl aus der Wurstkuchel. In einer weiteren Exkursion ging es Isar-Flussaufwärts von Landshut über den Freisinger Domberg und das Isarufer nach München zum Flaucher: Und überall am Flussufer trainierte man sich im „faire des ricochets“, was unserem bayerischen „Steine Ditschen“ entspricht.
Die Frankreich-Etappe setzte dagegen auf andere glänzende Stadthighlights: In Lyon stand eine Führung im Zeichen der zwei Flüsse, Saône und Rhône, auf dem Programm: Per bateau-mouche entdeckten wir die Confluence: die stilvolle, wassergewandte Stadterneuerung, Architektur am Fluss, urbanes Leben zwischen Wellen und Wegen.
Neben einem intensiven Besichtigungsprogramm bereicherte vor allem auch das Leben und der Alltag in der Gastfamilie den Austausch: „Der Schüleraustausch war eine sehr schöne Erfahrung und hat uns gezeigt, wie es wirklich ist, in Frankreich zu leben“ (Lena Mirlach, 10a).
Unterschiedliche Frühstücksrituale, andere Schulrhythmen, besondere Familientraditionen: kleine Unterschiede und zugleich große Gemeinsamkeiten unter Jugendlichen im Herzen von Europa: „Unsere Gastfamilien haben uns sehr herzlich bei sich aufgenommen und wir haben uns beide sehr wohl gefühlt.
Am besten fanden wir es, als wir von unseren Gastfamilien zu einem Basketballspiel in Roanne mitgenommen wurden.“ (Emma und Eva Neugeabauer, 10/11a) und Sarah Mumm (11a) fügt hinzu: „Vor allem fand ich den Alltag in einer französischen Familie und das Schulsystem sehr interessant. Ich hatte außerdem große Freude an der Sprache. Da wir auch viel Programm hatten, konnte ich auch die Kultur und Region gut kennenlernen. Insgesamt würde ich es jedem sehr empfehlen, an diesem Schüleraustausch teilzunehmen.“ Und auch für Amara Zwickel (11a) steht fest: „Ich finde, dass ich durch den Schüleraustausch mit Roanne ganz viele lustige und interessante Erfahrungen sammeln konnte. Es war sehr cool das Leben von Jugendlichen eines anderen Landes mitzubekommen und auch für eine Woche daran teilnehmen zu können. Ich würde es definitiv nochmal machen!“
In Landshut wiederum war der Bunte Abend in der Pausenhalle des HCG mit kulinarischen Köstlichkeiten, bayrischen Kreistänzen und einer französischen Chanson-Performance zu „Voyage, voyage“ ein voller Erfolg: Schüler, Eltern, Lehrkräfte feierten gemeinsam die deutsch-französische Freundschaft ganz im Zeichen der drei verbindenden Farben dieses Abends: Weiß-blau-rot.
Kreativ und produktiv klang jeweils nach einer Woche der Aufenthalt im Gastland aus: Sowohl in Roanne als auch in Landshut wurden die in gemeinsamen Ateliers entstandene Podcasts und eine ausdrucksstarke Fotodokumentation im Rahmen der journées portes ouvertes / Tag der offenen Tür als strahlender Schlusspunkt präsentiert.
So bleibt dieser Austausch, ein vom Deutsch-französischen Jugendwerk prämierten und geförderten In-Projekts, als leuchtendes Kapitel unserer Schulveranstaltungen 2025/26 in Erinnerung: reich an Begegnungen, bereichernden Gesprächen und genussvollen Erlebnissen – auf Deutsch und auf Französisch, an Isar, Donau, Loire, Saône und Rhône. Vor allem aber bleibt die Erkenntnis, dass Sprache Brücken baut, die weit über Grenzen hinausreichen: „Aus den anfänglichen Ungewissheiten und Sorgen hat sich innerhalb der zwei Wochen eine starke Gemeinschaft zwischen den deutschen und den französischen Partnern gebildet“ (Clara Blaga, 10a). „Es wurden neue Freundschaften geschlossen und es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben. Meine Austauschpartnerin verabschiedete sich mit folgenden Worten:
„Ein Franzose würde sagen: Ce n‘est pas un au revoir, c‘est un à plus tard!“ (Magdalena Heinisch, 10a)
Au revoir, Roanne ! Auf Wiedersehen, Lycée Jean Puy!
Silvia Betz