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so der Tenor vieler der zahlreichen Gäste aus der Schulgemeinschaft, der Ehrengäste aus Straubing und aus der Landshuter Öffentlichkeit sowie Herrn Ulrich Fritz, Geschäftsführer des bayerischen Antisemitismusbeauftragten Dr. Spaenle, über die Denkmaleinweihung für die zehn ehemaligen jüdischen Schüler am Hans-Carossa-Gymnasium.
Der erste Teil mit Begrüßung des Schulleiters, Grußworten und der wunderbaren Musik von Veronica Vilsmeier, 7c und Maximilian Mitschke, 8b und ihren Begleitungen Jasmina Must, Gymnasium Seligenthal und Fruszina Lugosi am Klavier, fand in der Heilig-Kreuz-Kirche statt. Es sprachen Ludwig Zellner in Stellvertretung für den Oberbürgermeister Alexander Putz, Herr Ulrich Fritz, stellvertretend für Dr. Ludwig Spaenle, Herr David Kapzan, Zweiter Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Straubing sowie unsere Wertebotschafterin Antonia Küffner, Q12 (Text s. unten). Im Anschluss daran stellten in einem bebilderten Vortrag die sieben Abiturient*innen aus dem P-Seminar „Jüdisches Leben“ sowohl ihre Arbeit aus den letzten zwei Jahren vor als auch die von ihnen sorgfältig recherchierten Einzelbiographien. Diese reichten von der Kaiserzeit über die Zeit der Weimarer Republik bis hin zu der nationalsozialistischen Diktatur. Der erste am damals noch königlich humanistischen Gymnasium verzeichnete Schüler war Ferdinand Kahn aus dem Jahr 1874. Die Brüder Stefan Klaus und Robert Felix Landauer wurden im September 1938 als letzte jüdische Schüler von der Schule abgemeldet. Ihre Eltern flohen mit ihnen nach England. Ihre Nachfahren leben heute zum Teil noch in Großbritannien. Bedauerlicherweise konnte Mrs. Miriam Landor, Tochter von Robert Felix Landauer, der Festveranstaltung nicht beiwohnen. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde dann das Denkmal, das sich im Foyer des Hauptgebäudes befindet, von zwei Schülern des P-Seminars enthüllt. Rabbiner Mendel Muraiti sang ein Trauergebet für die zehn ehemaligen jüdischen Schüler. Sie waren alle Opfer der nationalsozialistischen Willkürherrschaft und hatten Familienmitglieder im Holocaust verloren. Es wurden bunte Blumen am Bronzebuch zu den Trompetenklängen von Maximilian Mitschke niedergelegt. Zum Abschluss konnte man sich noch den vor dem Direktorat gestalteten Schaukasten zu den Schülern und die Ausstellung des früheren P-Seminars „Spurensuche“ unter Leitung von Franz Gervasoni anschauen.
Wer sich ausführlicher über unsere Arbeit und dem Denkmal informieren möchte, hat die Gelegenheit auf dem Instagram-Account juedischesleben_landshut .

P-Seminar „Jüdisches Leben“

Rede unserer Wertebotschafterin Antonia Küffner (Q12):

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Mitschüler*innen,
das HCG darf sich heute eine Schule ohne Rassismus nennen, diesen Titel finden Sie direkt beim Haupteingang.
HCG steht außerdem für Humanität, auch das steht am Eingang. Zusätzlich dazu haben wir die Werte Zivilcourage und Gemeinschaft in unserem Werteleitbild verankert.
Ich habe als Wertebotschafterin mit vielen Klassen zusammengearbeitet und über die Werte geredet, die uns für unsere Gemeinschaft wichtig sind - dabei habe ich ganz viele Dinge gehört, die mich wahnsinnig froh gemacht haben.
Denn eine Gemeinschaft, die nach Werten wie Zusammenhalt, Akzeptanz und Offenheit lebt, ist leider keine Selbstverständlichkeit. Das können wir in der Schule sehen, wenn Mobbing zu Ausgrenzung führt.
Wir konnten das leider auch sehr anschaulich in Landshut beobachten, als montags tausende Spaziergänger unterwegs waren. Unter ihnen Rechtsextreme und solche, die die NS-Zeit verharmlosen. Der Hass fällt diesen Menschen sehr leicht, vielen von Ihnen dient er als Lösung ihrer Probleme.
Dieser Hass existiert, auch wenn ihn viele von uns, wahrscheinlich der Großteil, noch nie so erlebt haben. Und dieser Hass ist nichts Neues. Ihm sind im Regime der Nationalsozialisten 10 Schüler dieses Gymnasiums zum Opfer geworden. Und beide, Opfer wie Täter, waren hier. Das Hans-Carossa-Gymnasium trägt aufgrund seiner Vergangenheit eine besondere Verantwortung.
Solange wir uns nicht gegen Hass und Ausgrenzung wehren, uns für ein Miteinander einsetzen, bleibt Humanität am „Humanistischen Gymnasium“ ein leerer Begriff. Diese Schule trägt aber auch als Raum für die Jugendlichen, die hier lernen und aufwachsen, eine besondere Verantwortung.
Nämlich die Verantwortung, den Zeugen und den Opfern von Gewalt zuzuhören und sich gegen das Unrecht, welches ihnen widerfährt, auszusprechen. Das Werteleitbild des HCG soll kein starres Bild sein, sondern in dem, was wir tun und sagen, erkennbar werden. Dazu kann ich als Wertebotschafterin nur einen Teil beitragen.
Wir alle können uns jeden Tag aufs Neue für positives Handeln entscheiden. Damit muss jeder einzeln aktiv werden, denn ein Kollektives Nichtstun hat die Schüler, welche den Nationalsozialisten zum Opfer fielen, nicht beschützt.
Deshalb möchte ich mich beim P-Seminar für Eure und Ihre Arbeit bedanken: Ihr setzt uns heute nicht nur ein Denkmal sondern auch ein Mahnmal für unser Verhalten.
Und ich möchte vor allem Sie, liebe Erwachsene, bitten, uns Jugendlichen mit gutem Beispiel voranzugehen. Alle gemeinsam müssen wir uns gegen Hass und Gewalt einsetzen - nur dann ist das Carossa-Gymnasium eine Schule ohne Rassismus. Eine Schule mit Courage.

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Kontakt

Hans-Carossa-Gymnasium
Freyung 630a
84028 Landshut

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AB:        0871-92236-29
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