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Aktuelle Mitteilungen

Schüler des HCG diskutieren mit dem Regisseur Peter Ohlendorf

 

Es ist eine gespenstische Szenerie, in die die Schüler_innen der Q11 des Hans-Carossa-Gymnasiums eintauchen. Sie erleben einen ungewöhnlichen Film, groteske Szenen im rechtsextremen Musikmilieu und erkennen die Hilflosigkeit der staatlichen Behörden vor diesem Phänomen. Die Geschichte hinter diesem Film ist hinlänglich bekannt, auch unter welch schwierigen und gefährlichen Umständen der Investigativ-Journalist Thomas Kuban über mehr als ein Jahrzehnt hinweg, als brauner Kamerad getarnt, diese Aufnahmen gemacht hat.

Der Rechtsrock schlägt den Takt und ein Teil der Jugend folgt, und zwar europaweit. Vor diesem Hintergrund erscheint die Durchführung des „Frei.Wild"- Konzerts in der Sparkassenarena mehr als fraglich. Denn in der Diskussion mit dem Regisseur des Films, Peter Ohlendorf, wird sehr deutlich, dass das Netzwerk, das auch hinter den Texten der Lieder zum Vorschein kommt, bis in die Mitte der Gesellschaft reicht.

Die Musik bietet einen sehr niedrigschwelligen Zugang zum ideologischen Gedankengut der Neonazis, vor dem Jugendliche geschützt werden müssen. Die Musik kann quasi als „Einstiegsdroge" fungieren.

Viele der Konzerte werden konspirativ organisiert, d.h. schon die Anfahrt bietet den Reiz des Illegalen. Es ist eine geheime Schnitzeljagd mit Kontakt-Handys, Wegbeschreibungen (nach Gesichtskontrolle) und Fahrzeugkonvois, die hinter Schleusern herrasen. Die Kamera von Thomas Kuban, deren Objektiv nur so groß ist wie ein Stecknadelkopf, wurde zum Auge der Öffentlichkeit.

Viele Schüler_innen sind wirklich entsetzt über das, was sie gesehen und dann auch gehört haben, und sie versuchen zu verstehen, dass es in einer Demokratie den Weg des politischen Diskurses gibt, dem man sich stellen muss, der aber auch diese Dinge aushalten muss, dass es aber nicht sein kann und nicht sein darf, dass manche Behörden immer noch nicht richtig hinschauen.