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Der Holocaust-Überlebende Bernard Marks trifft Schüler der 9.Klassen des HCG

Am 18. Mai hätte man in der Aula des Hans-Carossa-Gymnasiums eine Stecknadel fallen hören, so gebannt hörten die Schüler dem Zeitzeugen Bernard Marks zu, der mit Fotos und Texten über sein Leben referierte und so gleichzeitig ein Bild seiner Epoche zeichnete. Von der Geburt in Lodz und der Kindheit im dortigen Ghetto nach dem Einmarsch der Wehrmacht berichtete er, über die Zwangsarbeit in einem Dachauer Außenlager und sein Leben im Konzentrationslager Auschwitz gab er Auskunft.
Authentisch wie es nur ein Betroffener kann, illustrierte er seine Gefühle, wenn plötzlich in der Heimatstadt die polnischen Straßenschilder verschwanden und er sich in der „Hermann-Göring-Straße“ wiederfand. Bernard Marks‘ Vater rettete ihm das Leben, indem er sein Geburtsjahr gegenüber den Invasoren falsch angab und ihn fünf Jahre älter machte. Damit galt er als arbeitsfähig, das Kind musste über die Grenzen körperlicher Belastbarkeit hinaus Zwangsarbeit verrichten, entkam aber, wie der Vater, der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Mutter und Bruder verlor er ebenso wie viele Verwandte seiner weit verzweigten Familie, die dem Rassenwahn Hitlers zum Opfer fielen. Mit historischen Fotos, Filmen und Dokumenten machte Bernard Marks seine Jugend beklemmend anschaulich. Für alle Schüler sehr berührend war, dass er sehr offen auf sie zuging: „Es ist nicht eure Schuld, was passiert ist im Zweiten Weltkrieg, auch nicht die eurer Eltern. Ich komme als Zeuge, nicht als Richter zu euch.“
Viele Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit Herrn Marks ins Gespräch zu kommen und zeigten sich anschließend sehr beeindruckt. „Es ist sehr bewegend, wie offen Herr Marks von seinem Leben erzählt hat, wie positiv er war, trotz des KZ hat er das Positive im Leben gesehen“, kommentierte Sarah aus der 9.Klasse. Charlotte (Q12) resümierte: „Es war sehr persönlich und informativ. Herr Marks ging sehr herzlich auf die Schüler zu und hat sich wirklich für sie interessiert.“
Diese ergreifende Begegnung wird jedem, der dabei sein konnte, in Erinnerung bleiben.

Herzlich danken möchten wir dem Verein der Freunde des Hans-Carossa-Gymnasiums, der durch einen finanziellen Zuschuss diese Veranstaltung ermöglicht hat.