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Aktuelle Mitteilungen
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Im Rahmen der Literaturtage am HCG beschritt der ehemalige Schulleiter Dr. Friedrich Bruckner, der als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins zur Restaurierung und Erhaltung der Aula seiner Schule noch immer eng verbunden ist, in einem Vortrag vor Oberstufenschülern „Wege mit und zu dem Arzt und Dichter Hans Carossa“, dem einstigen Schüler und Namensgeber des Gymnasiums.
Besonders das Selbstverständnis des Dichters und der geistige Hintergrund Hans Carossas standen im Fokus der Veranstaltung. Helfen und Heilen waren die zentralen Anliegen des vom europäischen Humanismus tief geprägten Menschen. Dazu sah er sich v.a. in Krisenzeiten herausgefordert, als Arzt wie als Dichter mittels der Kunst, um „anderen ein Licht auf ihre Bahn zu werfen“, wie er es selbst formulierte.
Zwischen 1933 und 1945 suchte Carossa nach Wegen, seinem Anspruch als Dichter und Humanist gerecht zu werden, was sich zunehmend schwieriger gestaltete. Obwohl er die Ideologie des Nationalsozialismus innerlich als anti-humanistisch ablehnte, konnte er sein schriftstellerisches Schaffen fortsetzen, da er nicht dezidiert zum Widerstand aufrief, sondern in seinen Werken ebenso wie in seinen zahlreichen Lesungen vielmehr an seinem Reich des Geistes festhielt. Allerdings versuchte der Nationalsozialismus von außen, den auch international angesehenen Dichter für eigene Zwecke zu instrumentalisieren, wogegen sich Carossa nach Meinung seiner Kritiker zu wenig wehrte. Carossas literarische Werke dieser Zeit sprechen jedoch eine andere Sprache: Über Symbole und Gegenbildtechnik versuchte der Dichter eine positive Welt zu entwerfen, die dem kritischen Leser als Gegenwelt zur bestehenden menschenverachtenden Welt erscheinen musste.
Den jugendlichen Zuhörern des Vortrags wurde so nicht nur der Dichter Carossa vorgestellt, sondern zudem die Problematik vor Augen geführt, in schwierigen Zeiten Entscheidungen treffen zu müssen, auch mit Blick auf den eigenen Lebensweg, der vor den jungen Menschen liegt. Auch ihnen „ein Licht auf ihre Bahn zu werfen“, war das Anliegen des Referenten. Die Schüler der Q12 überreichten Dr. Friedrich Bruckner zum Dank abschließend eine Spende für den „Aulaverein“.