Aktuelle Mitteilungen
Multiplikatoren-Schulung am HCG
2017PackmasHP 1
„Wir sind eine gute Gemeinschaft!“ - Den Beweis dafür erbringen gerade die Teilnehmer des Pack ma's Seminars: Eine Freiwillige lässt sich als „Zugbrücke“ von den anderen abseilen und lernt dabei eigene Ängste zu erkennen, aber auch der Gemeinschaft zu vertrauen.
„Die Schule soll ein Ort des Miteinanders und ein Ort der Sicherheit sein!“– das ist das Credo der Münchner Polizisten Nico Witte und Ralph Kappelmeier, die die eineinhalbtägige Fortbildung kürzlich am Hans-Carossa-Gymnasium in ihrer Freizeit für die Dominik-Brunner-Stiftung und den BLLV Niederbayern durchführten.
Aber wie vermittelt man das an Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren? Mit ebendieser Frage beschäftigten sich 22 Sozialarbeiter und Lehrkräfte aller Schularten aus ganz Niederbayern am Hans-Carossa-Gymnasium.
Angeleitet durch die beiden Referenten, die sowohl mit jahrelanger Berufserfahrung als auch durch schauspielerisches Talent überzeugen, erlernten die Teilnehmer, wie sie selbst präventive Maßnahmen für „eine Schule ohne Gewalt“ mit ihren Klassen durchführen können.
Ziel ist einerseits, mit einfachen Übungen und Rollenspielen im Klassenverband Gemeinschaft und Vertrauen zu stärken sowie Empathie für andere zu entwickeln. Damit soll präventiv die Entstehung von Gewalt oder Mobbing verhindert werden. Andererseits erlernen die Lehrkräfte durch Rollenspiele, wie in alltäglichen Situationen Zivilcourage mit sinnvollem Helferverhalten gezeigt werden kann, ohne sich selbst oder andere in Gefahr zu bringen. Von großer Bedeutung ist die im Anschluss an jedes Spiel folgende Reflexionsphase, in der es gilt, noch einmal „nachzuspüren“: Wie habe ich mich gefühlt? Wie habe ich mich verhalten? Wie hätte man den Konflikt lösen können?
Am Hans-Carossa-Gymnasium wird dies schon seit vielen Jahren erfolgreich in allen 8. Klassen durchgeführt.
Ganz besonders am Herzen liegt den beiden Polizisten, dass „der Ton die Musik macht“: Wie etwas gesagt wird oder ob überhaupt etwas gesagt wird, führt oft zur Eskalation einer Situation – deshalb gilt es einfach mal die Wut runterschlucken und „die Klappe halten“.
Falls es trotzdem kritisch wird, lernen die Pädagogen, wie man vom Opfer zum Gegner wird oder richtig hilft, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Denn die Idee für die „Pack ma's“ Fortbildung geht zurück auf die tragischen Ereignisse um Dominik Brunner, der seine Zivilcourage mit dem Leben bezahlt hat. Das Präventionsprogramm wird daher auch durch die Dominik-Brunner-Stiftung und den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) finanziert, aber auch von der Politik unterstützt: Landrat Dreier ließ es sich nicht nehmen die Seminarteilnehmer persönlich am HCG zu begrüßen.
Und nicht zuletzt gilt nun für die neu ausgebildeten Zivilcourage-Trainer „Pack ma’s“ demnächst zusammen mit ihren Klassen durchzuführen und die Schüler anzuleiten, um für eine Schule ohne Gewalt einzutreten. In möglichst vielen Klassen. An möglichst vielen Schulen.